Vergleich zwischen SMIL und HTML für Digital Signage

In den letzten Jahren wurde uns oft die Frage gestellt, wo denn der Unterschied zwischen SMIL und HTML liege und ob man nicht auch HTML für Digital Signage nutzen könne. In diesem Beitrag erfahren Sie, warum die Frage an sich falsch ist und wie beide Technologien richtig eingesetzt in unserer Branche perfekt harmonieren.

SMIL Kaffee

Unterschiedliche Konzepte

HTML steht als Abkürzung für HyperText Markup Language und SMIL für Synchronized Multimedia Integration Language.

Sowohl HTML als auch SMIL gehören zu den textbasierten Auszeichnungssprachen, basieren mehr oder weniger auf XML, besitzen mit head, meta, body einen gemeinsamen Aufbau, sind beide vom W3C standardisiert und haben einige ähnliche Elemente. Das war es aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten. Die Unterschiede liegen grundlegend im Konzept:

  • SMIL stellt die Synchronisation von Zonen mit Multimediainhalten in den Mittelpunkt.
  • HTML fokussiert sich auf das Strukturieren und Verknüpfen von Text sowie Multimediainhalten.

SMIL synchronisiert Inhalte in Zonen

SMIL bietet viele Möglichkeiten, aus unterschiedlichen multimedialen Inhalten automatisierte und interaktive Präsentationen zusammenzustellen. Wir sprechen in diesem Fall von Digital Signage Playlisten, da automatisiert ablaufende Präsentationen aus unserer Branche mehr an Musik- und Videoplaylisten von Radiostationen, Fernsehsender, MP3-Player oder Software wie dem VLC-Player erinnern.

Während konventionelle Playlisten ihre Inhalte lediglich nacheinander oder bestenfalls zufällig abspielen, besitzen SMIL-Playlisten Funktionalitäten, um den Ablauf ereignisgesteuert zu verändern. Ein definiertes Ereignis, welches eine bestimmte Reaktion wie dem Abspielen von Bildern, Videos oder verschachtelten Playliste auslöst, bezeichnen wir als Trigger.

Es existieren mehrere interaktive und automatisierbare Möglichkeiten für Trigger, um einen Ablauf zu steuern.

  • Zeitgesteuert zu einem bestimmten Datum/Uhrzeit
  • Interaktionen: Benutzer drückt einen Knopf, berührt den Bildschirm, klickt mit der Maus, oder scannt einen EAN-Code.
  • Ereignis: Ein Bild oder Video startet, wird beendet oder wiederholt sich ein bestimmtes mal.

Die Inhalte lassen sich dabei einzelnen Regionen zuordnen. Regionen bedeutet für unsere Branche, die zur Verfügung stehende Bildschirmfläche in überlappbare Zonen aufzuteilen. Eine Bildschirmfläche kann dabei auch aus mehreren Monitoren bestehen. Jede nach Branche oder Unternehmen gibt es hierbei unterschiedlich Bezeichnungen. Wir nennen diese Fähigkeit Multizonenkonzept, andere nenne es Layoutregionen. Videoschnittsysteme und Zeichenprogramme verwenden oft den Begriff Layer.

HTML verknüpft Inhalte

HTML strukturiert multimediale Inhalte analog zu einem Word-Dokument. Ferner bietet durch Verlinkungen die Möglichkeiten diese miteinander zu verbinden und zu verschiedenen Punkten zu springen. Die Autoren des HTML-Dokuments bestimmen Sektionen, Artikel, Listen, Tabellen, Überschriften, Absätze, Bilder, Videos, Hervorhebungen und andere semantische Elemente. Die Benutzer navigieren somit durch verschiedene Abschnitte und Dokumente.

Es existiert in HTML keine Möglichkeit einer automatisierbaren Ablaufsteuerung. Modernes HTML soll nicht einmal zur visuellen Darstellung dienen. Dafür ist eine Zusatztechnologie namens CSS (Cascading Style Sheets) zuständig. Das war früher anders, aber diese veralteten Funktionalitäten wie center, font oder marquee verschwinden nach und nach aus der Spezifikation.

document vs Liste
Zusammengefasst: HTML formatiert ein Dokument und SMIL eine Ablaufliste.

Webbrowser unterstützen neben HTML und der Layoutsprache CSS außerdem eine Programmiersprache namens JavaScript. Mit dieser Kombination lassen sich beeindruckende interaktive Anwendungen entwickeln. Dazu zählen neben Webseiten und Portale auch ausgewachsene Software wie Mailprogramme, Textverarbeitungen, Zeichenprogramme, Tabellenkalkulationen und mehr.

Die Symbiose zum Erfolg

SMIL und HTML stehen für völlig unterschiedliche Einsatzzwecke und lassen sich nicht miteinander vergleichen. Es gibt in diesem Fall kein „entweder oder“ sondern ein unbedingtes „und“.

Durch die Fähigkeit von HTML, CSS und JavaScript können Programmierer mit wenig Aufwand spezielle interaktive Anwendungen entwickeln. Diese funktionieren plattformunabhängig in jedem Webbrowser oder Webkomponente. Wir betrachten diese Anwendungen als eigenständige Entität und integrieren sie in unsere Playlisten. Das macht Anwendungen genauso steuerbar wie Bilder oder Videos.

Der Artikel über Digital Signage Widgets geht intensiver auf dieses Thema ein. Webseiten und Widgets innerhalb einer SMIL Playliste zu nutzen, steuern und mithilfe von Layern zu positionieren, bringt die Vorteile beider Welten zusammen. So kann ein Geldautomat oder Infoterminal zusätzlich Werbung oder andere Informationen anzeigen.

Medienplayer im Webbrowser

Durch die Mächtigkeit von JavaScript lässt sich auch ein sogenannter Digital Signage Player mit JavaScript nachprogrammieren. Einige Unternehmen tun das bereits, um scheinbar effektiver mehrere Plattformen abzudecken. Vermutlich stellt das auch den Ursprung der Frage nach dem Unterschied zwischen SMIL und HTML dar.

Das ändert allerdings nicht an daran, dass sich HTML nicht als Speicherformat für Digital Signage Playliste eignet. Abgesehen von den Nachteilen benötigt auch ein Browserplayer ein Format mit den gleichen Eigenschaften wie SMIL, um Playlisten zu speichern.

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